Shopware Checkliste

Shopware Migration Checkliste

Eine Shopware-Migration betrifft nicht nur Produkte und Bestellungen. Diese Checkliste führt durch Vorbereitung, Testmigration, Datenprüfung, Erweiterungen, SEO, Zahlungsarten, Go-live und Nachkontrolle.

Ziel

Daten, Funktionen, URLs und Geschäftsprozesse kontrolliert in das neue Shopware-System übertragen.

Häufiger Fehler

Design und Erweiterungen werden aufgebaut, bevor die Datenmigration stabil und wiederholbar funktioniert.

Wichtig

Erst Testmigration, dann Datenbereinigung und Wiederholung, danach Einrichtung, SEO-Prüfung und Livegang.

Inhaltsverzeichnis

  1. Migrationsumfang festlegen
  2. Quellsystem analysieren
  3. Zielsystem vorbereiten
  4. Backups erstellen
  5. Erweiterungen und Funktionen prüfen
  6. Datenbestand bereinigen
  7. Testmigration durchführen
  8. Migrierte Daten kontrollieren
  9. Medien prüfen
  10. SEO und Weiterleitungen vorbereiten
  11. Geschäftsprozesse testen
  12. Delta-Migration planen
  13. Livegang durchführen
  14. Nachkontrolle

1. Migrationsumfang festlegen

Vor der technischen Arbeit muss feststehen, welche Daten und Funktionen übernommen werden sollen. Eine Migration ist kein automatischer vollständiger Nachbau des bisherigen Shops.

  • Quellsystem und genaue Version dokumentieren
  • Zielversion von Shopware 6 festlegen
  • Produkte, Varianten und Preise berücksichtigen
  • Kategorien und Navigation erfassen
  • Kunden und Adressen einplanen
  • Bestellungen und Dokumente bewerten
  • Medien und Dateigrößen erfassen
  • Hersteller, Eigenschaften und Custom Fields prüfen
  • SEO-URLs und Weiterleitungen berücksichtigen
  • Erweiterungen, Schnittstellen und individuelle Funktionen aufnehmen
Migration und Neuentwicklung trennen

Datenübernahme, Theme-Neubau, neue Funktionen und Prozessänderungen sind unterschiedliche Arbeitspakete. Sie sollten getrennt geplant, getestet und abgenommen werden.

2. Bestehenden Shop vollständig analysieren

  • Installierte Shopware-Version
  • PHP- und Datenbankversion
  • Anzahl Produkte und Varianten
  • Anzahl Kunden und Bestellungen
  • Größe des Medienbestands
  • Aktive Zahlungs- und Versandarten
  • Installierte Plugins und Eigenentwicklungen
  • ERP-, PIM-, Marktplatz- und Versand-Schnittstellen
  • Individuelle Datenbankfelder und Tabellen
  • Aktuelle SEO-URLs und wichtige Rankings
Nicht nur aktive Plugins prüfen

Auch deaktivierte Erweiterungen können Datenstrukturen, Custom Fields oder Tabellen hinterlassen, die für die Migration relevant sind.

3. Sauberes Zielsystem vorbereiten

Das Zielsystem sollte zunächst technisch funktionsfähig, aber noch nicht umfangreich gestaltet oder konfiguriert sein. Migrationen sind häufig iterativ und können einen Reset des Zielsystems erforderlich machen.

  • Kompatible Shopware-6-Version installieren
  • Systemanforderungen prüfen
  • HTTPS und Ziel-Domain vorbereiten
  • Testdomain vor Indexierung schützen
  • Mailversand im Testsystem kontrollieren
  • Scheduled Tasks und Message Queue einrichten
  • Migrationsassistent installieren
  • Ausreichend Speicherplatz für Medien bereitstellen
  • Server- und PHP-Limits an Datenmenge anpassen
Testsystem auf noindex setzen

Eine öffentlich erreichbare Migrationsumgebung darf nicht parallel zum Liveshop indexiert werden. Suchmaschinenzugriff und Canonical-Signale müssen kontrolliert werden.

4. Vollständige Backups erstellen

  • Datenbank des Quellshops sichern
  • Dateien des Quellshops sichern
  • Medienverzeichnis separat prüfen
  • Konfigurationsdateien sichern
  • Plugin-Dateien und Eigenentwicklungen sichern
  • SEO-URL-Export erstellen
  • Wiederherstellung testweise prüfen

Eine ausführliche Anleitung folgt auf der Wissensseite Shopware Backup erstellen.

5. Erweiterungen und Funktionen bewerten

Bestehende Funktion Entscheidung für Shopware 6
Standardfunktion Prüfen, ob Shopware 6 sie bereits abdeckt
Plugin Nachfolger, Alternative oder Eigenentwicklung bestimmen
Theme-Anpassung Neu umsetzen; Shopware-5-Theme ist nicht übertragbar
Schnittstelle API, Datenformat und Prozess neu testen
Individuelle Datenfelder Custom Fields und Zuordnung im Zielsystem planen
Plugin-Daten werden nicht automatisch vollständig ersetzt

Der Migrationsassistent überträgt nicht automatisch jede Datenstruktur fremder Erweiterungen. Plugin-Hersteller und individuelle Datenübernahmen müssen separat geprüft werden.

6. Datenbestand vor der Migration bereinigen

  • Ungültige E-Mail-Adressen prüfen
  • Fehlende Pflichtfelder ergänzen
  • Doppelte Eigenschaften und Hersteller bereinigen
  • Verwaiste Kategorien prüfen
  • Inaktive Produkte und Varianten bewerten
  • Fehlende Preise und Steuersätze korrigieren
  • Ungültige Medienverknüpfungen entfernen
  • Unvollständige Kundenadressen prüfen
  • Inkonsistente Bestell- und Zahlungsstatus dokumentieren
Fehler möglichst im Quellsystem beheben

Saubere Quelldaten reduzieren Nacharbeiten und ermöglichen eine wiederholbare Migration. Korrekturen nur im Zielsystem gehen bei einem späteren Reset möglicherweise verloren.

7. Erste Testmigration durchführen

Bei Shopware 5 wird der Migration Connector im Quellshop und der Migrationsassistent im Zielshop benötigt. Die Verbindung wird anschließend in der Shopware-6-Administration eingerichtet.

  • Migrationsverbindung herstellen.
  • Datenarten für den Testlauf auswählen.
  • Datenprüfung vollständig durchlaufen lassen.
  • Fehler und Warnungen bearbeiten.
  • Daten schreiben lassen.
  • Medien herunterladen lassen.
  • Bereinigung und Indexierung abschließen.
  • Migrationsprotokoll sichern.
Fehler nicht einfach überspringen

Ungeklärte Pflichtfeld-, Zuordnungs- und Datenbankfehler können später zu unvollständigen Produkten, Kunden oder Bestellungen führen.

8. Migrierte Daten vollständig kontrollieren

Datenbereich Kontrolle
Produkte Anzahl, Aktivstatus, Preise, Steuern, Bestand und Sichtbarkeit
Varianten Optionen, Hauptvarianten, Preise, Lagerbestand und Aktivstatus
Kategorien Struktur, Navigation, Zuordnung und Sichtbarkeit
Kunden Anzahl, Kundengruppe, Adressen und Login-Prozess
Bestellungen Anzahl, Positionen, Summen, Status und Dokumente
Eigenschaften Gruppen, Optionen und Produktzuordnung
Medien Datei vorhanden, Vorschau, Zuordnung und Alttexte
Mengenvergleich dokumentieren

Produkt-, Varianten-, Kunden- und Bestellzahlen aus Quell- und Zielsystem schriftlich vergleichen. Abweichungen müssen erklärt werden.

9. Medien und Bildzuordnungen prüfen

  • Alle erwarteten Dateien wurden heruntergeladen
  • Produktbilder sind korrekt zugeordnet
  • Variantenbilder stimmen
  • Kategoriebilder sind vorhanden
  • Herstellerlogos funktionieren
  • Alte HTML-Inhalte enthalten keine ungültigen Bild-URLs
  • Thumbnails wurden erzeugt
  • Alttexte wurden übernommen oder neu gepflegt
HTML-Inhalte separat durchsuchen

In Beschreibungen können noch absolute Bild- und Link-URLs des Quellshops stehen. Diese werden durch eine reine Medienmigration nicht automatisch immer sinnvoll ersetzt.

10. SEO-URLs und Weiterleitungen vorbereiten

  • Wichtige alte URLs exportieren
  • Neue URLs nach der Migration exportieren
  • URL-Paare für 301-Weiterleitungen erstellen
  • Kategorie- und Produkt-URLs besonders prüfen
  • Canonical-Tags kontrollieren
  • Sitemap prüfen
  • robots.txt und noindex-Einstellungen kontrollieren
  • 404-Seiten und interne Links testen
  • Google Search Console für den Livegang vorbereiten
Gleiche Domain bedeutet nicht gleiche URLs

Auch bei unveränderter Domain können sich Pfade und SEO-Strukturen ändern. Jede relevante alte URL benötigt entweder dieselbe Zieladresse oder eine dauerhafte 301-Weiterleitung.

11. Geschäftsprozesse im Zielshop testen

  • Registrierung und Kundenlogin
  • Passwort-zurücksetzen-Prozess
  • Warenkorb und Checkout
  • Gutscheine und Aktionen
  • Versandkostenberechnung
  • Steuern und Länderzuordnung
  • Vorkasse, PayPal, Kreditkarte und weitere Zahlungsarten
  • Bestellbestätigung und interne E-Mails
  • Dokumenterstellung
  • ERP-, PIM- und Versand-Schnittstellen
  • Scheduled Tasks und Message Queue
  • Mobile Darstellung
Nicht nur Standardprodukte testen

Varianten, reduzierte Artikel, ausverkaufte Produkte, unterschiedliche Steuerfälle und internationale Adressen müssen ebenfalls geprüft werden.

12. Letzte Delta-Migration planen

Zwischen erster Testmigration und Livegang entstehen im alten Shop neue Kunden, Bestellungen und Änderungen. Der Migrationsassistent kann anhand von Prüfsummen geänderte beziehungsweise neue Datensätze erneut übertragen.

  • Zeitraum zwischen Testmigration und Livegang bestimmen
  • Quellshop kurz vor dem Livegang sichern
  • Letzte Datenänderungen übertragen
  • Checksummen nur kontrolliert zurücksetzen
  • Doppelte Datensätze ausschließen
  • Neu eingegangene Bestellungen mengenmäßig vergleichen
  • Finales Migrationsprotokoll sichern
Reset des Zielsystems früh einplanen

Muss eine vollständige Migration wiederholt werden, können im Zielshop angelegte Konfigurationen verloren gehen. Deshalb Datenmigration vor umfangreichem Styling und finaler Einrichtung stabilisieren.

13. Livegang kontrolliert durchführen

  • Wartungsfenster festlegen.
  • Finales Backup von Quell- und Zielsystem erstellen.
  • Letzte Delta-Migration durchführen.
  • Domain und Webserver auf das neue System umstellen.
  • SSL-Zertifikat und Verkaufskanal-Domain prüfen.
  • Produktiv-Mailversand aktivieren.
  • Zahlungsanbieter und Webhooks kontrollieren.
  • 301-Weiterleitungen aktivieren.
  • Cache leeren und aufwärmen.
  • Testbestellung im Liveshop durchführen.
Alten Shop nicht sofort löschen

Das Quellsystem sollte zunächst unverändert und abgesichert verfügbar bleiben, bis Daten, Bestellungen, Medien und SEO-Weiterleitungen abschließend geprüft wurden.

14. Nach dem Livegang prüfen

  • Startseite, Kategorien und Produkte erreichbar
  • Keine unbeabsichtigte noindex-Einstellung aktiv
  • Sitemap enthält die richtigen URLs
  • Wichtige alte URLs leiten mit 301 weiter
  • Keine auffällige Zahl neuer 404-Fehler
  • Bestellungen und Zahlungen funktionieren
  • E-Mails werden versendet
  • Scheduled Tasks und Queue laufen
  • Server- und Shopware-Logs bleiben unauffällig
  • Google Search Console überwachen
  • Performance und Core Web Vitals prüfen
  • Kundenservice über mögliche Änderungen informieren
Migration abgeschlossen

Die Migration ist erst beendet, wenn Datenbestand, Geschäftsprozesse, SEO-Signale und technische Hintergrundprozesse im Livesystem stabil funktionieren.

Häufige Fragen

Was wird bei einer Shopware-Migration automatisch übertragen?

Der Umfang hängt vom Quellsystem und Migrationsprofil ab. Standarddaten wie Produkte, Kunden und Bestellungen können übertragen werden. Individuelle Plugin-Daten und Funktionen müssen separat geprüft werden.

Warum sollte das Design erst nach der Datenmigration fertiggestellt werden?

Fehlerhafte Quelldaten können einen Reset und eine vollständige Wiederholung erforderlich machen. Bereits erstellte Konfigurationen könnten dabei verloren gehen.

Kann die Migration mehrfach durchgeführt werden?

Ja. Der Migrationsassistent verwendet Prüfsummen, um neue oder geänderte Datensätze zu erkennen. Ein vollständiger Neustart muss kontrolliert geplant werden.

Werden Shopware-5-Plugins automatisch übernommen?

Nein. Für Shopware 6 werden kompatible Nachfolger, Alternativen oder individuelle Neuentwicklungen benötigt.

Warum sind 301-Weiterleitungen notwendig?

Alte Produkt- und Kategorie-URLs können sich ändern. Dauerhafte Weiterleitungen erhalten Nutzerwege und wichtige SEO-Signale.

Wie lange sollte der alte Shop verfügbar bleiben?

Bis Daten, Dokumente, Medien, Weiterleitungen und Geschäftsprozesse abschließend geprüft sind. Der alte Shop sollte dabei gegen neue Bestellungen und öffentlichen Zugriff abgesichert werden.

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Stand: Juli 2026 · Der konkrete Migrationsumfang hängt von Quellsystem, Shopware-Version, Erweiterungen, Datenmenge und individuellen Geschäftsprozessen ab.